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Zahnfleischrückgang: Was kann ich dagegen tun?

Schon mancher hat beim Blick in den Spiegel einen Schreck erlebt: Bei einzelnen Zähnen war das Zahnfleisch zurückgegangen! Woher kommt dieser Zahnfleischschwund und muss man sich darüber Sorgen machen? Was kann man dagegen tun, wenn sich das Zahnfleisch zurückzieht? Hier sind die Antworten:

Freiliegende Zahnhälse

Freiliegende Zahnhälse können unangenehm sein, aber sie müssen nicht unbedingt etwas Ernstes bedeuten. Schauen wir uns zunächst die "harmlose" Variante an: Zu starker Druck mit der (zu harten) Zahnbürste beim Zähneputzen (also "Schrubben") kann dazu führen, dass sich das Zahnfleisch allmählich zurückzieht. Die erste Maßnahme in diesem Fall ist also, eine weiche oder weniger harte Zahnbürste zu kaufen und mit weniger Druck zu putzen. Du solltest die Zahnbürste beim Zähneputzen auch nicht hin und her bewegen, sondern kreisende Bewegungen machen.

Ein weiterer Grund für freiliegende Zahnhälse kann sein, dass einzelne Zähne beim Zusammenbiss überlastet werden. Das kann durch nächtliches Zähneknirschen verursacht werden oder wenn Zahnfüllungen oder Zahnersatz zu hoch sind und den Zusammenbiss stören. In diesem Fall solltest Du Dich in der Zahnarztpraxis untersuchen und behandeln lassen.

Manchmal haben freiliegende Zahnhälse auch einen einfachen anatomischen Grund: Wenn der Kiefer zu klein für die Zähne ist, werden einzelne Zähne aus Platzmangel nach außen gedrängt. Sie stehen dann leicht schräg nach außen und das Zahnfleisch hat dann nicht seine normale Höhe. In diesem Fall kann eine kieferorthopädische Behandlung helfen.

Empfindliche Zahnhälse

Normalerweise ist der sichtbare Teil eines Zahnes von Zahnschmelz bedeckt. Der Zahnschmelz enthält keine Nervenendigungen. Deshalb sind Zähne normalerweise nicht empfindlich. Bei freiliegenden Zahnhälsen liegt ein Teil der Wurzeloberfläche des Zahnes frei. Auf dieser enden feine Nervenfortsätze des eigentlichen Zahnnervs (der sog. "Pulpa" im Inneren des Zahnes). Deshalb werden äußere Reize wie Kälte, Wärme, manchmal auch Süßes oder Saures, direkt an den Nerv im Inneren des Zahnes "gemeldet". Das kann Zähne unangenehm empfindlich machen.

Wenn einzelne Deiner Zähne empfindlich sind, solltest Du eine spezielle Zahnpasta für empfindliche Zähne verwenden. Diese enthält Stoffe, welche die feinen Nervkanälchen auf der Wurzeloberfläche verschließen. Du solltest aber auch (wie oben beschrieben) auf eine weiche oder weniger harte Zahnbürste umsteigen, mit weniger Druck putzen und rotierende (kreisende) Bewegungen beim Putzen machen.

Wenn das alles nichts hilft, gibt es nur noch Eines: Du musst zum Zahnarzt! Der kann die freiliegenden Zahnhälse mit professionellen Mitteln versiegeln. Eine solche Versiegelung hält lange Zeit und Deine Zähne verlieren Ihre Überempfindlichkeit.

Wenn die freiliegenden Zahnhälse gut sichtbar sind und Dich optisch stören, können sie heute mit modernen mikrochirurgischen Maßnahmen wieder mit Zahnfleisch bedeckt werden. Das machen allerdings meist nur Zahnärzte, die auf Parodontologie (die Behandlung von Zahnbetterkrankungen) spezialisiert sind. Google dazu einfach nach "Zahnarzt Parodontologie" in Deiner Gegend.

Freiliegende Zahnhälse durch Parodontose?

Das wäre die weniger harmlose Variante und ist etwas völlig anderes als das oben Beschriebene. Bei einer Parodontose ist der sog. Zahnhalteapparat krank. Das Zahnfleisch ist entzündet und hat sich vom Zahn abgelöst. Es sind Zahnfleischtaschen entstanden. Beim Fortschreiten der Parodontose kommt es zum Knochenabbau im Kiefer. Als Folge werden die Zähne locker. Sie wandern und sie können aus dem Knochenfach herauswachsen. Sie werden also länger. Mit diesem Herauswachsen aus dem Kiefer wird ein Teil der Wurzeloberfläche freigelegt und damit auch die oben beschriebenen Nervenendigungen. Auch dann kann es zur Überempfindlichkeiten von Zähnen kommen.

Wie kannst Du unterscheiden, ob es "nur" freiliegende Zahnhälse sind oder schon Parodontose ist?

Das ist ganz einfach: Bei freiliegenden Zahnhälsen ist Dein Zahnfleisch gesund. Es ist hellrosa, nicht geschwollen und es blutet auch nicht beim Zähneputzen oder wenn Du in einen Apfel beißt. Die Oberfläche ist leicht rau wie die Schale einer Orange. Kein wirklicher Grund zur Sorge also.

Bei einer Parodontose ist Dein Zahnfleisch entzündet. Es ist dunkelrot, geschwollen und es hat eine glatte Oberfläche. Es blutet leicht und es kann hellgelber oder weißlicher Eiter aus den Zahnfleischtaschen quellen, wenn du dagegen drückst. Außerdem können sich einzelne Zähne locker anfühlen. Das bedeutet Alarmstufe Rot! Du musst unbedingt zum Zahnarzt, um Dich behandeln zu lassen!

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